Aus dem Schwäbischen Tagblatt Tübingen

»MOVING THINGS«
Tresorraum für Elektrische Kunst, Kunstamt Tübingen 2010


Was ist es, das uns zieht und umtreibt?

Der Inhalt zweier Kartons hebt und senkt sich geisterhaft, das Reiben der Pappe erzeugt ein
Ächzen und Stöhnen, ein Rauschen und Quietschen.
Schwere Atmung, Brandung, Maschinenfabrik, knarzende Eischollen, das sind nur einige der Assoziationen, die sich einstellen.
Ein kleiner Motor im Innern der Kartons ist für die Bewegung zuständig, aber das ist so ur- wie nebensächlich, wenn Geräusch, Bewegung und Stapelung aus banalen, irgendwie hingestellten Kartons einen abstrakten Nachhall auf Caspar David Friedrichs Klippenszenerie erzeugen.
Umzugskartons, Dinge, mit denen etwas bewegt wird, bewegen sich selbst, werden selbst zum Inhalt. Umzugskartons, also: Ankunft, Abschied.
Ist es womöglich ein Herz, das vor diesen kahlen Wände pulst?
Wandel, Sehnsucht und Hoffnung sind elementare Urgewalten, man hört es am Geräusch. Einerseits.
Andererseits: "Zerbrechlich! Nicht stürzen!".